Rayson d'être

Über Weltbewegendes

Die zwei Fehler des Nicolaus Fest

Wieder mal schwappt eine Empörungswelle durchs Land. Mein Tipp: Schnell noch dranhängen, wer zu den Guten zählen will! Worum geht’s? “Bild”-Vize-Chefredakteur Nicolaus Fest hat einen Kommentar in seinem Blatt veröffentlicht, in dem er sein Unbehagen mit dem Islam bekennt und der in folgenden Sätzen kulminiert:

Nun frage ich mich: Ist Religion ein Integrationshindernis? Mein Eindruck: nicht immer. Aber beim Islam wohl ja. Das sollte man bei Asyl und Zuwanderung ausdrücklich berücksichtigen!
Ich brauche keinen importierten Rassismus, und wofür der Islam sonst noch steht, brauche ich auch nicht.

Die üblichen Verdächtigen reagierten wie erwartet. Sie beschuldigen Fest des Rassismus, oder, einen Hauch gnädiger, der Xenophobie und verlangen ein Menschenopfereine Entschuldigung, am besten gleich eine der gesamten Zeitung – so eine Chance gilt es schließlich zu ergreifen. Der Inhalt des Kommentars sei “Hetze”.

Nun besteht das Ungemach, das Fest den Muslimen anscheinend an den Hals wünscht, nicht darin, von der Erde getilgt zu werden, wie gewisse nette Muslime es sich umgekehrt von Christen, Juden und Ungläubigen überhaupt vorstellen. 

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Neutrale Berichterstattung

Der Krieg (ja, es ist einer) in Gaza erzeugt nicht nur viele Tote, darunter auch viel zu viele Unschuldige, er sorgt unweigerlich auch für neue Feindseligkeit. Sogar bei jenen, die sich vorher nicht davon anstecken ließen. Das SRF nennt ein Beispiel:

Israel und die Hamas versuchen, sich gegenseitig mit Raketen und Bomben in die Knie zu zwingen. Dazwischen steht die Zivilbevölkerung. In Israel bringen Sirenen den Alltag durcheinander. Gleichzeitig stehen auch die Menschen im Gazastreifen seit Tagen unter Beschuss. Das schürt die Wut. Auch bei Sami al Ajrami.
Der palästinensische Journalist lebt in Gaza-Stadt und arbeitete als Korrespondent fürs das israelische Fernsehen, als das im Gazastreifen noch möglich war. Ajrami ist kein Freund der radikal-islamischen Hamas. Doch es fällt ihm schwer, die nüchterne Distanz zu wahren, angesichts dessen, was er in den letzten vier Tagen gesehen hat: Krankenwagen mit heulenden Sirenen, die Trümmer, die Verzweiflung von Angehörigen, gebeugt über tote Kinder in den Leichenhallen der Spitäler.

Die sehr subjektive Sicht dieses Journalisten ist verständlich. Aus dem Bericht des SRF geht hervor, wie sehr er zwar versucht, auch der anderen Seite gerecht zu werden, aber letztlich sie doch als den Hauptschuldigen ausmacht.

Dass so jemand seine Sicht der Dinge als Meinungsbeitrag in einem deutschen Medium veröffentlicht, wäre vielleicht ein nützlicher Debattenbeitrag. Aber ihn als Autor für eine angeblich unvoreingenommene Berichterstattung heranzuziehen, fällt hoffentlich niemandem ein. Äh, Moment…

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My Hero

Nile Rodgers is my hero.

Anreize

Ein gewalttätiger Mob hindert eine zahlenmäßig kleinere Gruppe am Demonstrieren. 

Als es die “Rechten” traf, fanden das alle gut. Aber an denen wurde nur geübt. Und die Polizei hat gelernt, wie sie sich dabei verhalten muss. Im Zweifel nachgebend.

Jetzt trifft es auch Menschen, die sich für das Existenzrecht Israels einsetzen. Und dieser Zustand ist so unerträglich, dass er von den Medien verschwiegen werden muss. 

Da ist das Ding

Ja gut, sie haben sie tatsächlich gewonnen. Und es ist da, das Ding. Zwar inzwischen etwas beschädigt, aber man wird das in den Griff bekommen. 

Die wenigsten Menschen haben ein Problem damit, dass diese von Joachim Löw betreute Mannschaft eine Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen hat. Was aber einige Menschen zu stören scheint, ist, dass sich auch andere darüber freuen, und zwar alleine deshalb, weil diese Mannschaft sich aus Staatsangehörigen derselben Nation zusammensetzt. Grundlage des gemeinsamen Freuens ist also ein “Wir-Gefühl”, und das ist verdächtig. Weil die Nazis, als sie Europa überrannten, Russland angriffen und die Juden ermordeten, auch ein “Wir-Gefühl” schüren wollten. “Wir” grenzt “die” aus, und das soll irgendwie per se schlimm sein. 

Das ist es natürlich nicht. 

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Danke

Es war am Ende auch ein Sieg der flachen Hierarchien, der modernen Typen, der Systemfußballer, der Kollektivität, der Taktik, des intelligenten Fußballs, des modernen Torhüters und der deutschen Nachwuchsausbildung. Und: Joachim Löws.

WM? Nein, danke!

Spieler und Trainer waren sich völlig einig: Das Spiel um Platz 3 ist überflüssig und sollte abgeschafft werden. Aber das ist nicht konsequent genug. Auch die WM sollte abgeschafft werden.

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Ein rührende Rede oder der hässliche Liberalismus

Eigentlich ist es ja eine Parteitagsrede, die Stefan Laurin da auf “Novo Argumente” verfasst hat. Eine Rede, die – bis auf ein bis zwei parteikritische Formulierungen – ein Vorsitzender einer liberalen Partei halten könnte, wenn er seinen Mitgliedern Mut machen und sie zu vollem Engagement auffordern will. 

Er beginnt mit der Diagnose der Fehler der FDP. Nun hat diese Partei sehr viele begangen, und zwar auf allen nur denkbaren Ebenen. Laurin streift das kurz, sieht das wesentliche Versäumnis aber darin, dass es der Partei weder gelungen sei, die Kernanliegen des Liberalismus richtig zu vermitteln, noch diese in konkrete Politik umzusetzen. 

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Regeln?

Nicht nur bei dieser WM, auch jedes Bundesliga-Wochenende kann man es beobachten: Was ein Foul ist, lässt sich mit einer gewissen Genauigkeit nur außerhalb der Strafräume feststellen. Im Strafraum gelten andere Gesetze. 

Nehmen wir einen beliebigen Eckball. In den Zeitlupen zu einer solchen Standardsituation, auf die in der Regel ein Kopfball zu folgen pflegt, umarmen sich die gegnerischen Spieler aufs Herzlichste. Da wird geklammert, gezogen, gedrückt und gerungen. Würde dies irgendwo im Mittelfeld stattfinden, wäre unweigerlich ein Freistoß-Pfiff die Folge. Aber im Strafraum? Fehlanzeige. Höchstens, wenn ein Abwehrspieler es heftig übertreibt und eindeutig die Sportart zu Griechisch-Römisch gewechselt hat, muss er mit einem Elfmeter rechnen. Anssonsten lässt man das durchgehen. Immer. Überall. Befragt man einen “Experten” dazu, kommt unweigerlich die Aussage: “Ja gut, hähä, würd man des pfeifen, müsst’st in oinem Spui zwonz’g Oifmeter geben!” Was völliger Quatsch ist, denn die Spieler passen sich natürlich an die Regelauslegung des Schiedrichters an. Spätestens nach dem zweiten so gegebenen Elfmeter würde der Ringelpietz mit Anfassen da schnell aufhören. Warum also wird im Strafraum etwas geduldet, was außerhalb sofort geahndet wird?

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Was zur WM

Schon nach dem Algerien-Spiel wollte ich was zur WM (aus deutscher Sicht) bloggen, aber wie fast immer hilft etwas Abstand, um einige Dinge besser zu erkennen.

Fangen wir von hinten an: Da war dieses mittlerweile berühmte Interview von Per Mertesacker direkt nach dem Spiel, in dem dieser den Reporter anpflaumte, weil er nach dem Glückwunsch gleich die Frage hinterher schob, warum es denn nicht so gut lief. Dafür wurder er im Netz überwiegend gefeiert. Nun kann ich verstehen, wenn man von diesen Spontan-Interviews nichts hält. Da kommen die Spieler entkräftet vom Platz geschlichen, manchmal noch voller Adremalin und Emotionen, und dann stellt ihnen so ein Typ komische Fragen. Entweder sie sondern dann die üblichen Sentenzen ab, die meistens mit “Wir schauen jetzt aufs nächste Spiel” enden, oder sie lassen eben ganz ehrlich raus, was sie gerade bewegt. Was nicht immer so gut für den Akteur ausgeht wie im Falle Mertesackers, sondern ihm dann auch mal so richtig Ärger einbringen kann. Das Geheimnis der ganzen Sache ist aber natürlich: Genau deswegen werden diese Interviews geführt.

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